Fiib-Feed: Kulturpflege

 

Im Zen heißt es, Du musst eins werden, mit dem was Du tust. „Wenn Du Kartoffeln schälst, dann schäl Kartoffeln“. In die Jetzt-Zeit hat das die ehemalige Nachrichten Sprecherin, Eva Hermann, einmal so ausgedeutet, dass man nicht viele Dinge gleichzeitig tut. Wenn es also ums Telefonieren geht, dann bügelt man nicht gleichzeitig oder bedient gefährliche Maschinen. Das Zitat aus dem Zen klingt erst einmal banal und kaum philosophisch. Der Zenmeister, Kodo Sawaki (* 16. Juni 1880 in Tsu; † 21. Dezember 1965 in Kyoto), nannte den Gedanken, der dahinter steht, den des „shikan“. Alles muss einfach sein. Leider ist aber vieles im Leben, privat oder beruflich, verwirrend und vielgestalt. Und zu unserem Thema „Feedback“ gelingt der Einstieg mit dem Vielen, was wir im Leben, privat oder beruflich, dazu erlebt haben oder uns gesagt und beigebracht wurde, erst einmal nur mühsam. Es sind die vielen Enttäuschungen, Verletzungen und Verwirrungen, die wir mit Feedback verbinden. Wie soll da Liebe zu einem Konzept wie Feedback entstehen können. Und genau dass passiert. Wir könnten also Feedback ablehnen, es hassen. Ja, das ist auch ein Weg hinein in Feedback. Wenn, nur wenn, wir uns damit so tief auseinandersetzen, wie jemand, der Feedback liebt. Alles muss uns am Feedback auffallen, wenn wir es wirklich hassen oder lieben wollen. Und was fällt uns zum Thema Feedback ein? 50 Jahre schon prägt die Diskussion um Feedback, das psychologische Verständnis. Es geht um die Kompensation des Selbstwahrnehmungs-Defizits, das mit der Logik festgestellt wird. Das sogenannte Johari-Fenster, in welchem sich, geteilt durch zwei Sprossen, vier Felder  einteilen lassen und eines zeigt unsere Unvollkommenheit, uns ganz wahrzunehmen, weil es eben nur andere, Außenstehende, können. Ja, da haben schon viele ihre Wahrnehmung angeboten, die leider nicht den Teil erhellt haben, sondern eben in Konflikt zu unserer eigenen Wahrnehmung kamen. Feedback als Streit um die Wahrheit, „Du siehst das so, aber ich seh es halt anders!“ Entsteht so die Liebe zum Feedback, verknüpfen sich so angenehme Erfahrungen? Eher nicht. Oder das sogenannte Feedback-Sandwich. Eine Faustformel, nach welcher Feedback mit einem akzeptablen Lob beginnt, (persönliche! – es sollen Ich-Botschaften verwendet werden) Kritik folgt und das ganze mit einem weiteren Lob „geheilt“ oder bekömmlich für den Empfänger gemacht werden. Entsteht so die Liebe zum Feedback, verknüpfen sich so angenehme Erfahrungen? Das Gegenteil ist oft der Fall. Und so verdrehen viele die Augen, wenn ihnen Feedback in Aussicht gestellt wird. Sie hassen es. Und ich sage, das ist gut so. Hasst Feedback! Es kann der Einstieg sein in richtiges Feedback und den Umgang mit ihm. Wenn statt der Vermeidung und dem Ausweichen ein Sich-Stellen erfolgt. Nicht mit dem aktuell geäußerten, sondern mit dem wahren Kern von Feedback und was es zu leisten in der Lage ist. Dazu mehr im nächsten Beitrag und den weiteren noch Folgenden  zur Kultur, der Kompetenz und den Abläufen von Feedback. Wir befassen uns dann auch mit dem Image und der Qualität von Feedback, dem Wachstum von und mit Feedback und seiner Integration bzw. seiner integrierenden Kraft. Vergessen werden wir auch nicht das Konzept der Nachhaltigkeit von Feedback. Unsere Philosophie nennen wir KAIWIN, angelehnt an die Konzept des Kaizen als Weg. Der Weg der kontinuierlichen Verbesserung. Mit Feedback.