fiib4speed: Fahrtraining ist Führungstraining

„Power is nothing without Control“  ist der Slogan unseres präferierten Reifenherstellers in der fiib Riding School. Wer eine Maschine „führt“, der oder die sollte sie beherrschen. Weil wir wissen, dass völlige Beherrschung eine Illusion ist, gehen wir im Anfängergeist des Zen ans Werk, unsere Führungskünste zu verbessern. Unsere Erfolgsformel lautet KAIWIN. Es ist ein Gewinn an der Freude am Führen.

Anfang September 2019 sind wir mit unserem langjährigen Partner und befreundeten Sponsor CIMA Racing aus Wehring bei Augsburg auf die ehemalige Grand Prix Strecke nach Rijeka Grobnik, Kroatien, gegangen. Mission: fiib® Ridingschool. Trainee: weiblich, Twen, drei Jahre Motorrad- und Rennstreckenvorerfahrung. Trainingsbike: KTM Duke 390 Bj. 2015, 44 PS.

 

Day 1 – Erste Lehreinheit des fiib® Ridingschool Einsatzes: Linienwahl vorfahren, vorfahren lassen, vorfahren und Feedbackrunde. Abläufe, Qualität und Erweiterungen des Repertoires

Day 2 – Zweite Lehreinheit des fiib® Ridingschool Einsatzes: Vertiefung vom Vortag und Feedbackrunde. Zusätzliche Lerneinheit kameragestützt: Ridingposition– Positionning (Haltung und Einsatz)  – Videoanalysegestütztes Feedback. Abläufe, Qualität und Erweiterungen des Repertoires

 

Beim Training stützen wir uns in der fiib® Ridingschool auf die Trainingslehre vom „gestützten Vorsatz“ ab (lesenswert dazu das Grundwerk von Bernt Spiegel „Die obere Hälfte des Motorrads“). Der gestützte Vorsatz berücksichtigt die Halbwertzeit guter Vorsätze. Erst die Abstützung durch den Trainer und Wiederholungen/Erprobungen verlängert die Halbwertzeiten. Im Ergebnis erreichen wir dadurch die Automatisierung des gefassten Vorsatzes. Ist diese sichergestellt, d. h. es ist ein neuer Ablauf in „Fleisch und Blut“ übergegangen, erst dann  erweitern wir das Programm um den nächsten Vorsatz. Das bietet die Sicherheit, sich freier zu bewegen und aus der Misstrauenshaltung zu kommen. Misstrauen erzeugt in jeder Führungssituation Blockaden, die mit ihrer Überkontrolle die Abläufe stören und Lernen verhindern. Die potenzielle Power wird eingekapselt und kommt nicht zur Entfaltung. Wir machen das anders und der Einsatz hat gezeigt, dass reichlich „Freude am Führen“ abgerufen werden konnte. Näheres erläutern wir gern in Anfragen.

 

fiib® it! fiib4speed

 

Fiib Feed: Nachhaltigkeit

Was hat Nachhaltigkeit mit Feedback zu tun? Und wofür steht Nachhaltigkeit? In unserer KAIWIN Formel, die wir mit den vorausgehenden sechs Fiib Feeds entwickelt haben, ist Nachhaltigkeit das krönende letzte Element. Es ist das N in WIN, dem Motivans unserer KAIWIN Formel. Alle reden heute über Nachhaltigkeit. Manche Konzerne beschäftigen ganze Stäbe damit.  Was ist sie und wie kam es dazu? Nachhaltigkeit im herkömmlichen Sinne kommt von nachhalten. Im besten Sinne ist es Controlling. Also nicht Kontrolle, sondern verantwortungsvolle Steuerung. Man bleibt an der Sache, die man angestoßen hat. Wer sein Haus baut, der bleibt hinter den Gewerken und den Ausführenden hinterher. So behält man den Überblick und kann rechtzeitig und maßvoll etwas unternehmen (gegensteuern). Werden Termine gehalten? Werden Maße gehalten? Kurz: Wird gehalten, was versprochen wurde? Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Man kann sich der Nachhaltigkeit verschreiben wie zum Beispiel der Innovation oder der Qualität. Über Qualität haben wir schon in einem Fiib Feed gesprochen. Sie ist gut für das Image. Image ist gut für das Wachstum und Wachstum, internes Wachstum, wird durch Forschung und Entwicklung, durch Service getrieben. In der KAIWIN Formel haben alle sieben Elemente den gleichen Wert. Sie sind zwar kausal miteinander verbunden, aber wir haben aufgezeigt, dass auch nur eines vernachlässigen alles gefährden heißt. Nachhaltigkeit sichert die Kultur, Kompetenz, Abläufe, Image, Wachstum und Integration. Betrachten wir die Nachhaltigkeitsbewegung dieser Tage erkennen wir die Kraft strategischer Planung. Wessen geniale Planung aber ist das?  Man vermutet es kaum. Es ist die Planung der UN. Der Vereinten Nationen mit Sitz in New York. Es ist auch die Umsetzung der UN. Nun ist die UN eine Kopfstelle. Sie sitzt in New York. Aber sie hat unzählige Teilorganisationen und Untereinheiten. Und sie stützt sich ab auf die Mitgliedsländer. Und sie stützt sich ab auf zahlreiche Organisationen. Die können verschiedener nicht sein. Von den knapp 200 Nationen sind nur wenige entwickelt. Viele entwickeln sich zwar, doch noch mehr sind gefangen in Armut und diese erhaltende Korruption und Gewalt. Trotz der Unterschiede konnte aus Vielem Eines gemacht werden. Die Bindeglieder sind die Abkommen. Und dabei nehmen die Nachhaltigkeitsabkommen eine zentrale Rolle ein. Es fallen Namen wie Rio, Kyoto, Paris, die jeder schon wahrgenommen hat. Aber jeder sah sie als Teilstücke, die zwar aufeinander folgten. Wies sehr sie aber strategisch verknüpft sind, erkennt man nur bei der Prüfung der Nachhaltigkeitsstrategie. Nachhaltigkeit ist Vision, Zielstellung, Mission, Strategien und Aktionen zugleich. Nachhaltigkeit setzt auch die Messpunkte und bringt Zug auf die Ausführenden. Nachhaltigkeit hat auch einen Begriffskern, gegen den man einfach nichts haben kann. Und in sich stimmig ist der Nachhaltigkeitsweg in sich damit nachhaltig. Anfang der 1990er Jahre wurde mit dem Weg begonnen. 2019 sind es nunmehr knapp 30 Jahre. Von Oben nach Unten ist in der Zeit alles in den Fluss gebracht. Von New York nach Neustadt, New Castle oder Nizza ist dies eine Meisterleistung. Alle öffentlichen Einheiten wie zum Beispiel Gemeinden sind involviert und engagiert. Die sogenannte Zivilgesellschaft ist involviert und engagiert. Und es wird alle zwei Jahre gemessen an strengen Vorgaben. Aus Vielem Eines zu machen geht mit der Nachhaltigkeit. Selbst die Kräfte, die wenig beitragen können, sind eingebunden, denn sie erhalten etwas aus den Mitteln und auch aus dem Knowhow von Innovationen. So ist die Zustimmung gesichert und das strategische Allignment ist gegeben. Eine Schwachstelle hat indes die Nachhaltigkeit dieser Dimension. Sie ist zu groß als dass sie wirklich repräsentativ und damit mehrheitsfähig ist. Sie muss sich durchsetzen gegen eine Immunabwehr, die sich immer dann formiert, wenn kein Konsens über Kultur besteht. Kein freies Spiel zweckgerichteten Wissen besteht. Kein Ausgleich zu anders ausgerichteten Abläufen und Projekten besteht und die Produkte nicht für alle die gleichwertige Qualität haben. Dann ist das Wachstum des Vorgehens bedroht. Das Übermaß schadet immer dann, spätestens, wenn es in Zielkonflikten nicht mehr bestehen kann, weil es unmäßig viel Kraft bindet. Dazu gibt es Feedback als Kritik und Feedforward als Gegenentwurf. Feedback ist der Lackmustest der Nachhaltigkeit.

Fiib-Feed: Haltet zusammen!

Was wächst, muss in Form gehalten werden. Das weiß jeder Gärtner. Wieviele Startups und auch Jahrzehnte alte Großkonzerne sind zerbrochen, weil die Integration misslang. Projekte mit großer Strahlkraft scheiterten, als versucht wurde, Unternehmen zusammen zu führen, die lange und erfolgreich für sich allein standen. Gleiches gilt auch für Standorte und Abteilungen. Erhebungen haben ergeben, dass etwa 80% der Firmenverschmelzungen (sog. Mergers) scheiter(te)n, und zwar trotz der sogenannten Post-Merger-Integration.

 

Was lief schief? Es wurde nicht auf Kulturen, Kompetenzen, Abläufe, Qualitäten und Wachstumswege geachtet – selbst bei besten Absichten hinsichtlich der Integration. Und da ist die These des Feedlabinstituts: Keine Integration ohne Integrität. Klingt abstrakt und theoretisch, ist aber vital und essentiell. Kleine Verprobung: Nehmen wir einen Sportverein (es kann auch ein charitativer Verein oder ein politischer sein, es kann auch eine Kommune sein oder ein Land). Ein Vereinsmitglied (es können auch mehrere sein), das eine eigene Agenda verfolgt, das geheime Vorbehalte hat, hat ein Loyalitätsproblem, es ist auf subtile Obstruktion angewiesen. Aber eigentlich haben die Vereinsmitglieder aus der Stammmannschaft ein Loyalitätsproblem, denn ihre Loyalität wird nicht erwidert. Der GAU für die Agenda des Vereins. Es gibt kein Alignment und an der Oberfläche stellen alle bitter  fest, dass es da „menschelt“. Das ist auch oberflächlich betrachtet so, aber es sind andere Dynamiken am Werke. Schädliche Dynamiken. Die Überlebensfrage: Wie gut ist dann das Immunsystem? Welche Anhalts- und Ansatzpunkte findet es, wenn es keine systematische Achtsamkeit gibt. Eine diffuse Achtsamkeit, in der jeder individuell etwas merkt/fühlt reicht auf jeden Fall (!) nicht aus.

 

Nun sind aktuell Compliancesysteme angesagt. Denn Illoyalität ist zunächst mal rein Individuen-intern. Doch wenn sie nach außen tritt, kommt es zu „Dienst nach Vorschrift“, Geheimnisverrat, Sabotage, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Compliance wird gerade jetzt  auf die nächste Stufe gebracht mit „Whistleblower-Mechanismen“ (s. dazu die EU Vorgaben). Überwachung ist etwas anderes als Achtsamkeit. Es schnürt ein. Menschen leben in Angst, etwas falsch zu machen (wenn sie loyal sind) oder entdeckt zu werden (wenn sie illoyal aktiv sind). Ein langjähriger Partner meines feedlab-instituts (die Firma hat mehrere tausend Mitarbeiter und gehört zu einem international aufgestellten Konzern) hat darauf die Antwort für sich gefunden. Integrity ist die Weiterentwicklung oder das Korrektiv zu einem Überwacher-Saktionen-Denunzianten System. Integrity – Integrität – ist ganzheitlich. Integrity hat ein Menschenbild zur Grundlage, dass auf Reife und Achtsamkeit, auf Menschenwürde abstellt. Es ist zunächst eine Absicht, Integrität zu fördern. Es wird eine kontinuierlich verbessernde Praxis, wenn es sich auf etwas Konkretem abstützen kann. Und das sind die Elemente Kultur, Knowhow, Abläufe, Qualität (Image), Wachstum, die wir in den fiib-feeds, der vergangenen Feeds vorgestellt haben. KAIWIN ist ein Weg der Integrity. Fünf Stationen haben wir hier vorgestellt. Nun fehlt das letzte Element. Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit in einem verbundenen Sinne stellen wir im nächsten Fiib-Feed vor.  Bis dahin

 

Fiib it!

Fiib-Feed: Wachst doch – mit Feedback!

Mehr Feedback. Immer mehr Feedback! – Entweder Du hasst es oder Du liebst es. Wenn Du es hasst, dann würgst Du es ab (durch Nichtbeachtung) und es stirbt oder hat nicht genug Luft für einen langen Atem. Wenn Du es liebst, dann, und nur dann, kannst Du wachsen. Dazu braucht es Kraft. Starke Feedbackgeber- und starke Feedbacknehmer. Stark gemacht mit Wissen um das Thema und die erforderlichen Fertigkeiten in den Abläufen wie in den vorstehenden Feedback-Feeds beschrieben. Kontinuierlich und nachhaltig dranbleiben, Wissen ausbauen, Abläufe verbessern, Qualität überwachen ist der Dünger fürs Image und erst Image ermöglicht das Wachstum. Ein sich verstärkenden Muster, bei dem alle gewinnen.

 

Darum nennen wir dieses Feedback-Kaizen auch KAIWIN. Das klingt und ist positiv, WIN!,  umfasst Bekanntes (Kaizen) und zeigt die Vision auf, dass „Feedbäcker“ Gewinner auf der Gewinnerspur sind. Mit dem richtigen Weg treffen wir auf Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, auf Investoren und Partner, die Professionalität schätzen und langfristig nachhaltig Bindungen suchen und halten. Unser KAIWIN Ansatz für Feedback UND Feedforward ist eine Kausalwissenschaft, wie es in der Technikwelt denklogisch vorausgesetzt ist. Wenig (Fuzzy aka Psychologie) viel Wenn-Dann Wissen. Auf den Punkt sagt die Formel, wer die Kultur pflegt, pflegt das Wissen, wer das pflegt und achtsam ist, pflegt die Abläufe, die sonst nicht möglich wären (wenn-dann). Wer die Abläufe im Griff hat und verbessert, der erzeugt Qualität und damit Image. Und nur wer wie oben beschrieben auf ein gepflegtes Image aufsetzt, der darf wachsen. Wer aber nur ein Element schleifen lässt und außer Acht lässt, dem reißt die Kette mit bekannten Folgen für Aufwand, Schäden und Reparaturen.

 

Ja, und was ist mit den beiden Buchstaben I und mit N? – Wofür unser I und N aus dem KAIWIN stehen, das lest Ihr dann im nächsten Feedback-Feed. Seid achtsam und seid stark. Wie heißt es so schön? Feedback – Food for Champions

Fiib-Feed: Image macht Qualität!

 

Nicht geschimpft ist gelobt genug. Schon mal gehört? Es ist das Gegenteil von dem Trainerspruch „Loben zieht nach oben!“ Es ist nicht nur das Gegenteil – es ist auch ein Zeichen von Bequemlichkeit. Wir denken hier an die Seite, die Feedback gibt (Trainer) oder nicht gibt bzw. nicht zu geben bereit ist. Bereitschaft, ein richtiges Feedback zu geben, setzt Kenntnis voraus, was richtiges Feedback ist. Hier geht’s darum, dazu die richtigen Dinge zu kennen und die richtigen Dinge dann richtig zu machen. Was ist richtiges Feedback? Seit Jahrzehnten die Domäne der Psychologen! Die Formeln dazu sind unzählig und eigentlich kreisen sie doch nur darum, wie man Feedback „in jemand anderen hineinkriegt“. Die Beziehungsebene muss dabei unbedingt erhalten bleiben. Das ist der Anspruch. Und so läuft es seit Jahrzehnten schief. Nichts für ungut, liebe Psychologen. Aber Feedback war für Euch eine Metapher, aus der Technik entlehnt und Ihr seid Geisteswissenschaftler.

Ich meine, man muss Feedback wieder zurückdenken und zurückbringen, wo es herkam. In die Technik. Es geht dem Ursprung nach um technische Prozesse, in denen Rückkopplungen eine Aussage und einen – nennen wir es mal – Wirkwert haben. – Ja, ich bin auch kein Techniker, aber ich habe viel Respekt davor und habe mich durch meinen Sport geduldig eingearbeitet. Eine Lektion, die ich aus dem Technikfeld gelernt habe, ist der absolute Vorrang von Qualität. Werkzeug, Teile, Arbeitsdurchführung (Prozess) muss von bester Qualität sein. Improvisationen, als Ausnahmen, können keine Regel werden. In diesem Zusammenhang baue ich immer auf ein Buch, das mir wirklich sehr geholfen hat. Es ist von Robert M. Pirsig. Es heißt „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten.“ Die englische Originalausgabe ist aus dem Jahr 1974. Was Pirsig am Bespiel einer Motorradreparatur entwickelt, ist die Qualität, die aus der Liebe zu einer Arbeit entsteht. Alles muss passen, damit es laufen kann. Um es hinzukriegen, muss alles klar sein. Umgekehrt entsteht eben keine Qualität.

Damit sind wir wieder bei dem Ausgangsgedanken von der Liebe zum Feedback, die nur ganz sein kann und nicht halbherzig. So rate ich davon ab, mal schnell etwas zu Feedback zu lernen und das dann schnell umzusetzen. So wird das eben nichts. Das es so nichts wird, belegen die vielen und teilweise regelmäßigen Umfragen, die veröffentlicht werden, und zwar weltweit. Ein globales Hass-Liebe-Bild zeigt sich, das geprägt ist von dem Wunsch nach Feedback (wie es sein soll) und nach der Ablehnung von Feedback (wie es ist bzw. erlebt wird). Das Image von praktiziertem Feedback ist desaströs, wo das Image von der Kategorie Feedback „noch“ einigermaßen gut ist – als Sehnsuchtsposten vielleicht. Also widme ich diesen Montag der Qualität von Feedback, weil sie so wichtig ist, damit Feedback überhaupt wachsen kann, in Liebe zu ihm.

In diesem Sinne

Fiib it!

Euer Gerald Marimón cla

Fiib-Feed: Läuft doch!

Wiederholung langweilt! Sie ist Zeitverschwendung. Neues muss her. Immer Neues. Das fordert die Kreativität und Improvisationsfähigkeit. Neues weckt Neugier und aktiviert die Aufmerksamkeit. Ganz normal. Ganz natürlich. – Ganz falsch! Im Kaizen bzw. im KAIWIN gehen wir den Weg der kontinuierlichen Verbesserung. Wir glauben, dass aus dem ständigen Verbessern kleine Innovationen erwachsen. Die Lust am Forschen und Erfinden wird so ebenso befriedigt wie bei permanentem Auf-den-Kopf-stellen. Nur eben sanft, achtsam und im Frieden. Heute wird viel nach Disruptionen gefragt und diese eingefordert. Abriss. Lösung vom Alten. Erproben des Neuen. – Aber eine Gewöhnung steckt doch auch darin! Es muss nur immer lauter, drastischer und provokanter werden. Denn die Nebenfolgen sind Abstumpfung. Die Werbung gibt davon ein beredtes Beispiel. Sie muss „krass“ sein. Alles muss krass sein.  Menschen gewöhnen sich nun aber mal an „krasses“ und dann muss es eben noch krasser sein. Abstumpfung ist es, die überwunden werden muss. Abstumpfung ist aber auch ein Selbstschutz. Kognitiv arbeitet jeder Mensch auf einer sehr natürlichen Effizienzbasis. Was nichts bringt, wird nicht weiterbearbeitet und auch nicht wiederholt. Fehler oder Fehlentscheidungen oder Fehlverhalten zu wiederholen wäre nicht klug, oder? Schon gar nicht mit einem Plan! Alles Überflüssige und ach der Überfluss rauscht durch oder allenfalls mit.  Im Zustand der permanenten Angeregtheit, Erregtheit und Aufgeregtheit soll aber niemand zur Ruhe kommen. Die gehetzten Zeitgenossen Ächzen – aber sie müssen weitermachen. Information-Overkill. Das Beispiel vom Hinweis auf ein stumpfes Sägeblatt wird mit dem hektischen Zuruf „Keine Zeit – muss sägen!“ quittiert. Alle schmunzeln. Aber bitter. Denn jedem geht’s doch so. Und jeder fragt sich. Ist das gerecht? Ist das wirtschaftlich? Ist das vernünftig? Ist es human? Warum machen wir das überhaupt (immer weiter/wieder)?

Die richtigen Dinge tun (Auswahl) und die Dinge dann richtig tun (Maßhaltigkeit), das sind die Gebote von Effektivität und Effizienz.  Richtig angewandt müsste damit alles besser werden, jeden Tag ein bisschen – tut es dass nicht, war es Verschwendung von Zeit, Geld und Nerven. Dann wird auch im Kaizen nach der Verschwendung gesucht. Dazu braucht es wieder Zeit, Nerven und auch Geld – aber wer die nicht einzusetzen wagt, der riskiert das Falsche zu tun und dies auch noch in der Durchführung falsch. Braucht kein Mensch.  

Fiib-Feed: Wissen ist fiib!

Im vorausgegangenen Montags-Post haben wir über Liebe und Hass zu Feedback gesprochen. Ganz im Sinne des Kaiwin (Kaizen) lasst uns doch kontinuierlich dran bleiben und das Verständnis verbessern! – Verständnis (Nicht-Besserwisserei) ist es doch, was der Feedback-Kommunikation zugrunde liegen soll. Wenn wir uns auf den Weg machen, Feedback besser zu verstehen, müssen wir ganz im Sinne des Zen die Achtsamkeit erhöhen. Achten wir auf Feedback. Wie ist es, wenn es uns begegnet? Nach Internetbestellungen gibt es die Bitte um Feedback. Bewerte den Händler. Auf dem Klo im Flughafen werden wir nach unserer Einschätzung gefragt. Grün – sauber, gelb – naja, rot – geht gar nicht. Seminaranbieter und Referenten bitten in einem Bogen um Feedback. Hotels lassen im Zimmer einen Bewertungsbogen und einen Stift. Unser Autohaus fragt nach der Inspektion über eine telefonische Anfrage nach der Güte der ausgeführten Arbeiten. Ist das schon Feedback, wenn wir knöpfe drücken, Kreuzchen machen oder gemäß einer (vorformulierten)  Auswahl von Eigenschaften der Inspektionsausführung ein Prädikat geben? Ich meine Nein! – Urteile sind kein Feedback. Sie schließen eine Nicht-, Fehl- oder Schwach-Leistung mit einem Wert-Urteil ab. Beurteilungen leben von einem Über- Unterordnungsschema. Der Urteilende steht über dem zu Beurteilenden. Wer fühlt sich da wohl? Es ist doch ein Flashback in Schulzeiten, in denen ein Lehrer mich und meine Leistung als Schüler bewertete. Ein Rollen(schau)spiel am Ende eines Arbeitsganges. Konnte ich mich für diesen Arbeitsgang verbessern? Nein. Nur im nächsten Lernabschnitt einen neuen Versuch unternehmen, diesen dann besser zu bearbeiten. Das ist nicht Feedback! Feedback ist meines Erachtens prozessbegleitend. Wiederkehrende Ausführungen werden achtsam beobachtet und Verbesserungen überlegt. Nochmal aber besser – dranbleiben. Kontinuierlich nach Verschwendung suchen ist der Auftrag im Kaizen. Auf Augenhöhe. Alles andere ist Beamtenbeurteilung. Wie gut das ist, sagt einem jeder Beamter, der nicht Karrierist ist. Ich hatte in meiner Laufbahn einen Chef, der hatte es verstanden. Er sagte des Öfteren „Wenn Du noch effizienter werden möchtest, dann solltest Du …. (es folgte ein Vorschlag). So nahm ich die innenwohnende Kritik leichter an, denn ich bekam eine Chance es beim nächsten Mal zu optimieren. Fair. Auf Augenhöhe. Mit gleicher Verantwortung für das Ergebnis. Ja, Feedback ist Kritik. Feedback ist aber auch ein Verbesserungsvorschlag. Doch ganz im Sinne der Technikwelt, aus der der Begriff Feedback entnommen ist („Rückkopplung“), geht es um einen Regelkreislauf. Und wer dies weiß, ist fit für den Weg mit Feedback.  Gute Woche und bis nächsten Montag. Da reden wir darüber, wie es mit Feedback läuft. Seid achtsam!

Euer Gerald

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