Feedback-Monday Fortsetzung

Im vorausgegangenen Montags-Post haben wir über Liebe und Hass zu Feedback gesprochen. Ganz im Sinne des Kaiwin (Kaizen) lasst uns doch kontinuierlich dran bleiben und das Verständnis verbessern! – Verständnis (Nicht-Besserwisserei) ist es doch, was der Feedback-Kommunikation zugrunde liegen soll. Wenn wir uns auf den Weg machen, Feedback besser zu verstehen, müssen wir ganz im Sinne des Zen die Achtsamkeit erhöhen. Achten wir auf Feedback. Wie ist es, wenn es uns begegnet? Nach Internetbestellungen gibt es die Bitte um Feedback. Bewerte den Händler. Auf dem Klo im Flughafen werden wir nach unserer Einschätzung gefragt. Grün – sauber, gelb – naja, rot – geht gar nicht. Seminaranbieter und Referenten bitten in einem Bogen um Feedback. Hotels lassen im Zimmer einen Bewertungsbogen und einen Stift. Unser Autohaus fragt nach der Inspektion über eine telefonische Anfrage nach der Güte der ausgeführten Arbeiten. Ist das schon Feedback, wenn wir knöpfe drücken, Kreuzchen machen oder gemäß einer (vorformulierten)  Auswahl von Eigenschaften der Inspektionsausführung ein Prädikat geben? Ich meine Nein! – Urteile sind kein Feedback. Sie schließen eine Nicht-, Fehl- oder Schwach-Leistung mit einem Wert-Urteil ab. Beurteilungen leben von einem Über- Unterordnungsschema. Der Urteilende steht über dem zu Beurteilenden. Wer fühlt sich da wohl? Es ist doch ein Flashback in Schulzeiten, in denen ein Lehrer mich und meine Leistung als Schüler bewertete. Ein Rollen(schau)spiel am Ende eines Arbeitsganges. Konnte ich mich für diesen Arbeitsgang verbessern? Nein. Nur im nächsten Lernabschnitt einen neuen Versuch unternehmen, diesen dann besser zu bearbeiten. Das ist nicht Feedback! Feedback ist meines Erachtens prozessbegleitend. Wiederkehrende Ausführungen werden achtsam beobachtet und Verbesserungen überlegt. Nochmal aber besser – dranbleiben. Kontinuierlich nach Verschwendung suchen ist der Auftrag im Kaizen. Auf Augenhöhe. Alles andere ist Beamtenbeurteilung. Wie gut das ist, sagt einem jeder Beamter, der nicht Karrierist ist. Ich hatte in meiner Laufbahn einen Chef, der hatte es verstanden. Er sagte des Öfteren „Wenn Du noch effizienter werden möchtest, dann solltest Du …. (es folgte ein Vorschlag). So nahm ich die innenwohnende Kritik leichter an, denn ich bekam eine Chance es beim nächsten Mal zu optimieren. Fair. Auf Augenhöhe. Mit gleicher Verantwortung für das Ergebnis. Ja, Feedback ist Kritik. Feedback ist aber auch ein Verbesserungsvorschlag. Doch ganz im Sinne der Technikwelt, aus der der Begriff Feedback entnommen ist („Rückkopplung“), geht es um einen Regelkreislauf. Und wer dies weiß, ist fit für den Weg mit Feedback.  Gute Woche und bis nächsten Montag. Da reden wir darüber, wie es mit Feedback läuft. Seid achtsam!

Euer Gerald